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Ätherische Öle für Kinder

Worauf Du bei der Gabe ätherischer Öle bei Babys und Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen achten solltest

 

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass ich mich bei den nachstehenden Ausführungen streng an Wabner orientiere und die Meinungen und Anwendungshinweise einiger Hersteller ätherischer Öle damit negiere. In meinen Augen gilt in der Aromatherapie dasselbe, wie in jedem anderen therapeutischen Verfahren: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und sollten daher auch nicht als solche “behandelt” werden.

 

Es gibt bislang verhältnismäßig wenige ausgewiesene “Kinderöle” in der Aromatherapie. Dies ist darin begründet, dass an Kindern keine diesbezüglichen klinischen Studien durchgeführt werden dürfen. Aus diesem Grund werden allein die ätherischen Öle verwendet, die in anderen Studien (an Erwachsenen) als nebenwirkungsarm, hypoallergen und hautfreundlich eingestuft wurden. 

 

Folgende ätherischen Öle gehören eindeutig nicht dazu und sollten daher auch nicht verabreicht werden: 

  • Kampfer
  • Eucalyptus ct. globulus
  • Pfefferminze
  • Thymian ct. thymol

Als gut anzuwendende ätherische Öle gelten dagegen:

  • Anis
  • Basilikum
  • Benzoe
  • Bergamotte
  • Cajeput
  • Eukalyptus radiata
  • Fenchel
  • Kamille blau + Kamille römisch
  • Kümmel + Kreuzkümmel
  • Lavendel
  • Lemongrass
  • Mandarine rot
  • Melisse
  • Myrte
  • Niaouli
  • Rose
  • Rosenholz
  • Sandelholz
  • Schafgarbe
  • Tonka
  • Thymian ct. linalool
  • Vanille
  • Zedernholz
  • Zitrone

Insgesamt handelt es sich hierbei also um milde süße oder fruchtige ätherische Öle.

 

Doch auch bei Auswahl eines “kindertauglichen” ätherischen Öls kommt es vor allem auf die Dosierung an. Als Richtlinie gilt dabei: 

  • < 0,5 %     => Babys und Kleinkinder bis 1 Jahr
  • < 1 %        => Kleinkinder bis 6 Jahre
  • 1 %           => Kinder bis 16 Jahre
  • max. 2 % => Jugendliche bis 18 Jahre

 

Wer mit den Prozentangaben nichts anfangen kann, dem hilft vielleicht folgendes:

  • Bis zu einem Jahr: ¼ der Erwachsenendosis (bis max. 0,5%)
  • 1 bis 6 Jahre: ⅓ der Erwachsenendosis
  • 7 bis 16 Jahre: ½ der Erwachsenendosis 
  • 16 bis 18 Jahre: ¾ der Erwachsenendosis 
  • ab 19 Jahre: Erwachsenendosis

Doch warum ist es überhaupt notwendig, bei Kindern auf die Öle und ihre Dosierung zu achten? Zum einen sind Lunge und Bronchien erst ab ca. 12 Jahren voll ausgebildet, so dass sich darauf wirkende starke Öle bis zur akuten Atemnot auswirken können. Zum anderen reagiert die Haut (gerade von Babys) in puncto Fett und Feuchtigkeit noch vollkommen anders, so dass die Öle dort intensiver aufgenommen werden. Zu guter Letzt arbeiten Leber und Niere als Ausscheidungsorgane noch nicht voll, so dass die Öle länger im Körper verbleiben.

 

Die vorgenannten ätherischen Öle sind solche, bei denen eine unbedenkliche Anwendung in der Regel möglich ist. Dies heißt aber auch, dass es auch bei diesen zu ungewollten Reaktionen kommen kann (z.B. Hautreizungen bei Zitrone). Andersherum kann man bei älteren Kindern (ab 6 Jahren) vielleicht schon Pfefferminz geben, ohne dass Nebenwirkungen auftreten. Zudem gibt es Öle, die dermaßen nebenwirkungsarm sind, dass sie grundsätzlich als Akut-/Notfallmittel pur aufgetragen werden können (z.B. Lavendel).

 

Auch wenn es inzwischen verstärkt Studien zu ätherischen Ölen gibt, so sind wir leider noch nicht so weit, wie in der Schulmedizin. Auf Grundlage der bisher bekannten Ergebnisse, werden jedoch die vorgenannten „deutlichen Empfehlungen“ ausgesprochen. Studien zu Langzeitwirkungen gibt es derzeit jedoch noch nicht.

 

Die ätherischen Öle als solches haben selbstverständlich bei Kindern dieselben Anwendungsgebiete wie bei Erwachsenen:

 

So sind Anis und Fenchel beruhigende Öle, die vor allem bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich eingesetzt werden.

 

Cajeput, Eukalyptus radiata, Niaouli, Myrte und Thymian ct. linalool werden auch bei Kindern gern und gut bei Erkältungsbeschwerden und insbesondere Husten angewandt.

 

Unter anderem die Mandarine rot wirkt durch ihren sanften zitronigen Duft stimmungsaufhellend.

 

Kümmel und Kreuzkümmel werden bei Dreimonatskoliken angewandt, da sie krampflösend und blähungstreibend sind. Anis, Fenchel und Lavendel werden aufgrund ihrer sedierenden Eigenschaften dabei gern parallel gegeben. 

 

Apropos “Dreimonatskoliken”: Es gibt zahlreiche typische Beschwerden und Krankheitsbilder, die gerade oder ausschließlich unsere Zwerge betreffen. Infektionen der oberen Luftwege sind zwar die häufigsten Erkrankungen im Kindesalter, doch von der Windeldermatitis über Windpocken bis zur Schulangst ist die Liste der “Kinderkrankheiten” lang. Es würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, zu jedem möglichen Beschwerdebild Rezepturen vorzustellen. Ich werde jedoch künftig immer mal wieder entsprechende Beiträge unter dem #Kinderöl veröffentlichen. Solltet ihr in der Zwischenzeit konkrete Fragen haben, bitte gerne Fragen!

 

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PicCredit: JillWellington / Pixabay

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