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ACHTUNG!achtsam - Teil VII

Vom Fühlen zur Kommunikation

 

Wie bereits erläutert sind Fühlen und Kommunizieren nicht von der Achtsamkeit zu trennen. Doch wie komme ich nun vom Fühlen zur Kommunikation? Unser Gehirn hilft! Es hat nämlich die Angewohnheit, Dinge die wir fühlen in Worte zu fassen. „Ich bin hungrig.“, „Ich habe Schmerzen.“, „Mir ist warm.“, „Ich bin glücklich.“.

 

Davon ausgehend, dass jedem Gedanken zunächst ein Gefühl vorausgeht, ist es unabdingbar, sich seiner Gefühle tatsächlich bewusst zu sein. Ferner bringt uns dies auf eine besondere Art der Achtsamkeitsübung: Der „Gedankenhygiene“. Achten Sie einmal darauf, wie oft Sie z.B. die Worte „Fehler“, „Problem“ oder „Schuld“ benutzen - sei es, auf sich selbst oder andere bezogen. Und dann ersetzen Sie z.B. das Wort „Fehler“ durch „Lernfeld“, das Wort „Problem“ durch „Thema“ usw. Wir haben zwar gelernt, dass ein Fehler zu einem Problem werden kann, an dem irgendjemand Schuld ist, doch wir können ebenso erlernen, unsere Gedanken und Worte wertfrei (oder gar positiv) und somit lösungsorientiert zu wählen. Allein das Streichen des Wörtchens „nur“ kann wahre Wunder vollbringen. Versuchen Sie es einmal und hören Sie, wie sich z.B. die Wertigkeit der Aussage über Ihren momentanen beruflichen oder privaten Status verändert.

 

Auf diese Weise können zudem alte Muster und sogar Glaubenssätze bewusst gemacht und somit die Möglichkeit gegeben werden, diese in uns „umzuprogrammieren“. Das Entdecken solcher Muster und Glaubenssätze mittels der Gedankenhygiene ist sehr interessant und oftmals mit einem „Aha!“-Erlebnis verbunden. Das Bearbeiten und Lösen ist häufiger Bestandteil sowohl des NLP-Coachings, als auch der Psychotherapie und sollte bestenfalls in entsprechender Begleitung angegangen werden, da die aufkommenden Themen bis in unsere Kindheit zurückreichen können.

 

Doch auch wenn Sie den Weg der Gedankenhygiene „allein im stillen Kämmerchen“ gehen: Frei nach dem Motto „Pessimisten stehen im Regen, Optimisten duschen unter Wolken“ werden Sie feststellen, dass es tatsächlich möglich ist, jedem Satz und jeder Situation etwas Positives abzugewinnen - und zwar ohne sich etwas „schönzureden“. In dem Bewusstsein, dass jede Situation zunächst einmal vollkommen neutral ist und allein unsere Emotion sie zu etwas Positivem oder Negativem macht, wird klar, dass jeder für sich allein die Möglichkeit hat zu entscheiden, wohin die (emotionale) Reise gehen soll.

 

Von dem Begriff „Wort“ ist es es dann nur noch ein kleiner Schritt zum Begriff „Kommunikation“. Und das Zauberwort dabei ist die sog. Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg (kurz GFK). Diese hilft, sich ehrlich und klar auszudrücken und empathisch zuzuhören. Die vier Schritte der GFK sind Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte: 

  • Beobachtung bedeutet, eine konkrete Handlung (oder Unterlassung) zu beschreiben, ohne sie zu bewerten.
  • Die Beobachtung löst ein Gefühl aus, das im Körper wahrnehmbar ist und mit einem…
  • Bedürfnis in Verbindung steht.
  • Aus dem Bedürfnis entsteht schließlich eine Bitte um eine konkrete Handlung im Hier und Jetzt.

In der Gewaltfreien Kommunikation sind also alle bisher benannten Elemente der Achtsamkeit vereint. Hinzu kommt nun noch die Empathie. Diese wendet tatsächlich jeder von uns mehr oder minder ausgeprägt an, oftmals jedoch unbewusst. Gerade in der spontanen nonverbalen Kommunikation ist die Empathie weit verbreitet - und lässt uns gelegentlich zum Spielball der Emotionen werden. Achten Sie einmal darauf, wie Sie reagieren, wenn Ihr Gegenüber tieftraurig ist. Oder auch wütend. Sie werden feststellen, dass Sie, anstatt Trost zu spenden, mitweinen. Oder, anstatt beruhigend zu reagieren, selbst aggressiv werden. Selbstverständlich hat niemand etwas gegen ein von Herzen kommendes Gruppengelächter - doch es gibt einen großen Unterschied zwischen „mit-leiden“ und „mit-fühlen“. Es ist also vollkommen in Ordnung, wenn Ihnen die Gefühlswelt Ihres Gegenübers klar ist, doch es ist weder Ihnen noch Ihrem Gegenüber damit geholfen, sich einer negativen Gefühlslage anzuschließen. Auch dieses Reaktionsschema können Sie, ähnlich wie bei der „Gedankenhygiene“, mit ein wenig Übung ändern, so dass es Ihnen möglich wird, lösungsorientiert zu reagieren.

 

Hier nun die Frage der Woche:

 

Welcher Gedanke beschäftigt Sie am häufigsten?

 

Im weiteren Verlauf werden in diesem Blog regelmäßig Auszüge unseres Trainingsprogramms erläutert. Sollten in der Zwischenzeit Fragen auftreten oder Interesse am ACHTUNG!achtsam-Training bestehen, so freuen wir uns auf Ihre E-Mail an silke@villa-vitae.com.

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