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ACHTUNG!achtsam - Teil VI

Unsere Sinnesorgane - und wie sie uns in die Achtsamkeit führen

 

An diesem Punkt unseres Achtsamkeitstrainings höre ich regelmäßig die Frage "Und woher nehme ich die Zeit?". Darauf antworte ich gerne mit einer Gegenfrage: "Wann haben Sie das letzte mal Zeit in sich selbst investiert?". Doch die gute Nachricht lautet: Es gibt tatsächlich die Möglichkeit, sein Leben ohne Mehraufwand achtsam zu gestalten. Und zwar einzig mit Hilfe unserer Sinnesorgane.

 

Unser Körper stellt uns fünf Sinne zur Verfügung:

  • Hören
  • Riechen
  • Schmecken
  • Sehen
  • Fühlen

 

Diese Sinne können uns dabei unterstützen, uns und unsere Umwelt wahrzunehmen - und somit achtsam zu sein.

 

Das Hören:

Die Ohren - ein fantastisches Mittel zum Zweck. Für den einen funktioniert Entspannung über das Hören eines klassischen Konzertes, für den anderen sind es Klangschalen, Mantras oder gar Solfeggio-Frequenzen. Was auch immer Sie hören, seien Sie sich darüber bewusst, dass es nicht nur Ihre Ohren sind, die die Töne wahrnehmen, sondern Ihr gesamter Körper. Denn ähnlich wie ein ins Wasser geworfener Stein sich verbreitende Wellen schlägt, so verbreiten sich auch Ton-Frequenzen und versetzen Ihren Körper in Schwingung.

 

Das Riechen:

Unsere Nase - das einzige unserer Sinnesorgane mit einem direkten Draht zum Gehirn. Das Gehirn jedoch speichert einen Geruch grundsätzlich mit einem Objekt/einer Situation und der persönlichen dazugehörigen Emotion ab. Je nach Geruch sorgt es dann u.a. für die Ausschüttung bestimmter Hormone. Der Unterschied in der Wirkung liegt also in der jeweils abgespeicherten Emotion - die von Mensch zu Mensch durchaus differieren kann. Unsere Nase mag jedoch nicht nur gerne frische Luft riechen, sondern z.B. auch ätherische Öle. Diese wirken grundsätzlich auf Körper, Geist und Seele. So wirkt z.B. der Klassiker „Lavendel“ beruhigend, der „Echte Salbei“ klärend und die „Zitrone“ stimmungsaufhellend oder auch harmonisierend. Je nach dem, welchem persönlichen Thema wir uns also gerade stellen müssen (oder möchten ;-)...), können wir das jeweils passende ätherische Öl sinnvoll zur Lösungsfindung einsetzen.

 

Das Schmecken:

Unser Geschmackssinn - für das Beste immer offen. Schon der im 16. Jahrhundert lebende schweizerisch-österreichischer Arzt, Alchemist und Philosoph Paracelsus wies darauf hin, dass gutes Essen für Körper, Geist uns Seele gleichermaßen wichtig ist. Als typischem Alchemisten seiner Zeit war ihm bewusst, dass beim sorgfältigen Kauen einer Speise die Verbindung von Speise und Speichel etwas entsteht lässt, dass er „Gottesfunken“ nannte. Heute weisen Ernährungsberater darauf hin, dass langsames Essen gesünder da besser verdaulich ist (von der sorgfältigen Aufnahme lebensnotwendiger Inhaltsstoffe gar nicht erst zu reden), Achtsamkeitstrainer erläutern, dass langsames Essen uns einerseits Ruhe bringt und uns andererseits in die Lage versetzt, wieder bewusster mit Nahrungsmitteln umzugehen, zu erkennen, welche uns gut tun, welche nicht, wann wir hungrig sind und wann satt.

 

Das Sehen:

Unsere Augen - die alles wahrnehmenden Spiegel der Seele. Sie erfassen innerhalb von Sekundenbruchteilen Verkehrssituationen, Zahlenkolonnen, Geschriebenes, ja sogar die Gefühlslage unseres Gegenübers. Jeder, der, egal ob freiwillig (z.B. während eines „Blind-Dinners“) oder unfreiwillig (z.B. durch eine Verletzung/Krankheit), ohne seine Augen auskommen musste, wird festgestellt haben, wie wertvoll dieses Sinnesorgan ist, dem wir so selten Ruhe gönnen. In puncto Achtsamkeit können wir uns dies zu Nutze machen, indem wir entweder etwas „bewusst“ anschauen, was im Alltäglichen an uns vorbei rauscht, oder die Augen schließen, unsere Umwelt also für einen Moment ausblenden und uns so die Möglichkeit geben, den „Blick nach innen zu richten“. Oder indem wir uns mittels Farben unseren Emotionen nähern. Bereits Göthe und Newton waren fasziniert von Licht und Farbe, die Farbpsychologie nutzte diese Erkenntnisse. 

 

Das Fühlen:

Tja, womit fühlen wir eigentlich ;-)? Mit unserer Haut, dem Tastsinn, letztlich einer Kombination aus Objekt, Handlung und Empfindung. Beispiel: Tisch - stoßen - Schmerz. Das dürfte wohl jeder schon einmal erlebt haben ;-). Geht natürlich auch anders: Haustier - streicheln - Glück. Anders als z.B. bei der Nase, die tatsächlich nach unserer Geburt ad hoc funktioniert, ist der Tastsinn jedoch etwas, was sich im Laufe der Zeit steigert. Es ist ein Sinn, der es uns ermöglicht, zu lernen. Nicht ohne Grund können Kleinkinder schmerzfrei über alles mögliche hinwegkrabbeln, während es uns später Schmerzen bereitet, barfuß über einen Kiesel zu gehen. In der Achtsamkeit können wir uns das Fühlen zu Nutze machen, indem wir tatsächlich mal wieder barfuß gehen. Oder indem wir abends auf dem Sofa die Weichheit der Decke erfühlen, in die wir uns einmuckeln. Probieren Sie es aus. Sie werden merken, dass es die positiven Empfindungen, die Sie bei einem Gang durch den Garten oder bei einem gemütlichen Fernsehabend haben, noch verstärken.

 

An dieser Stelle lade ich Sie ein, (nochmals) über folgende Frage nachzudenken:

 

Welches Ihrer Sinnesorgane lässt Sie am ehesten fühlen?

 

Im weiteren Verlauf werden in diesem Blog regelmäßig Auszüge unseres Trainingsprogramms erläutert. Sollten in der Zwischenzeit Fragen auftreten oder Interesse am ACHTUNG!achtsam-Training bestehen, so freuen wir uns auf Ihre E-Mail an silke@villa-vitae.com.

 

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